Das Storm-Zentrum

Archiv, Forschungsbibliothek und Museum

Im Juni 2006 wurde das Storm-Zentrum eröffnet. Es verbindet das Museum in der Wasserreihe mit der Forschungsbibliothek und dem Storm-Archiv (StA Husum). Die Mitarbeiter des Archivs bemühen sich, die Sammlungen fortwährend zu vervollständigen und den Forschern aus aller Welt zur Verfügung zu stellen. Der Storm-Gesellschaft, derzeit auf ca. 1150 Mitglieder angewachsen und damit eine der größten literarischen Vereinigungen in Deutschland, gehören auch ausländische Mitglieder aus ca. 20 Ländern an, vor allem Wissenschaftler, die an Germanistischen Seminaren überall in der Welt über Theodor Storm arbeiten. Besucht man das Archiv, so fällt auf, dass sich die Auslandsgermanistik intensiv mit dem Werk des Husumer Dichters auseinandersetzt. Vor allem Wissenschaftler aus folgenden Ländern stehen mit dem Storm-Archiv in Kontakt: Dänemark, England, Frankreich, Schweiz, Österreich, Italien, Russland, China, Indien, Japan, Neuseeland, Australien, USA, Kanada und Südafrika. Die Mitarbeiter des Storm-Archivs sind bemüht, Anfragen aus aller Welt fachgerecht zu beantworten; nach Anmeldung kann jeder Interessierte das Archiv besuchen und die Bestände einsehen.

Das Storm-Archiv

Der wertvollste Teil des StA ist die Handschriftensammlung, die Entwürfe, Manuskripte und Briefe sowie weitere Familienpapiere der Storms umfasst. Sie wird ergänzt durch die umfangreiche Sammlung von Photokopien der Handschriften und Briefe Theodor Storms und vieler Verwandter und Freunde.

Kernstück der Sammlungen ist die Bibliothek mit über 6.000 Bänden. Hier werden alle Veröffentlichungen von und über Theodor Storm gesammelt und durch weitere Bücher ergänzt. Sie umfasst Erstausgaben der Werke Storms, Gesamtausgaben, Gesammelte Werke, Einzelausgaben, Literatur über Storm, Briefausgaben, Übersetzungen, Literatur von und über Zeitgenossen Storms sowie die Bereiche allgemeine Literaturwissenschaften, Regionalliteratur, Musikalien und Kunst. So sind etwa 1.600 Titel von Kompositionen bekannt, von denen die meisten erst noch für das Archiv beschafft werden müssen.

Die allgemeine Bibliothek wird ergänzt durch »Storms Bibliothek«, in der versucht wird, die Bücher, die Theodor Storm besessen (oder gelesen) hat, im Original oder in gleichen Ausgaben zu erfassen. Das ist für Einzeluntersuchungen wichtig, weil aus der Kenntnis der Bücher, die im Besitz eines Dichters waren, vielfach Aufschlüsse über Schreibvorgänge gewonnen werden können. Auch verstehen wir Bemerkungen, die Storm und seine Briefpartner über zeitgenössische Literatur ausgetauscht haben, besser, wenn wir ihre damalige Lektüre kennen.

Eine weitere Ergänzung der Bibliothek stellen die Archivmappen dar, in denen ca. 10.000 Broschüren, Kopien, Zeitungsausschnitte etc. zu unterschiedlichen Themen und Bereichen gesammelt werden. Alle Sammelobjekte werden durch Kataloge erschlossen (ca. 20.000 Karteikarten), ohne die eine fachgerechte Benutzung unmöglich wäre.

Das dritte Standbein des StA bildet das Bildarchiv mit ca. 10.000 Bildern (Originale und Photographien) von Storm, seinen Familienmitgliedern und Freunden, von Zeitgenossen, Stormstätten in und um Husum sowie ganz Deutschland, sowie eine Sammlung von mehr als 6000 Dias und einigen hundert Bild-Postkarten.

Schließlich gibt es eine Mediensammlung (Schallplatten, Tonkassetten und Videobänder fast aller Storm-Verfilmungen) und eine Kunstsammlung, in der Bilder und Graphiken von Storms Zeitgenossen, Illustrationen, Bildnisse des Dichters, Graphiken und Gemälde aus Storms Besitz sowie Photos solcher Objekte (im Bildarchiv) gesammelt werden.