Was macht der Poet:

Theodor Mommsen und Theodor Storm 1817–2017

Sonderausstellung im Storm-Haus vom 18.5. bis 31.10.2017

»Was macht der Poet und wieviel Möwen braucht er täglich?« schreibt Theodor Mommsen im April 1849 etwas gehässig an seinen Bruder Tycho, der als Referendar am Husumer Gymnasium in direkter Nachbarschaft zum ehemaligen Kommilitonen Storm lebt. Wieviel Möwen täglich? Es ist ein studentischer Ton, der hier, noch Jahre nach dem gemeinsamen Studium in Kiel, angeschlagen wird und von freundschaftlicher Zuneigung ebenso zeugt wie von intellektueller Konkurrenz. Die Sonderausstellung möchte die 200. Wiederkehr des gemeinsamen Geburtsjahrs von Theodor Storm und Theodor Mommsen zum Anlass nehmen, um das Verhältnis zweier Schriftsteller zu skizzieren, die mehr verbindet, als es ihre sehr unterschiedlichen Werdegänge vermuten lassen.
Anschaulich werden soll der Nukleus, aus dem heraus Storm im provinziellen Husum Weltliteratur produziert, wohingegen der im Zentrum des gerade erst gegründeten Reiches operierende Mommsen sein prämiertes Haupt­werk, die Römische Geschichte, einer akademischen Spezialdisziplin wie der klassischen Altertums­kunde widmet. Storm jedenfalls bleibt Mommsen mit jener widerwilligen Liebe verbunden, die sein Gedicht »Die Stadt« beschreibt: »Der Jugend Zauber für und für / ruht lächelnd doch auf dir, auf dir«, während Mommsen über Storm noch im Mai 1884 mit milder Ironie urteilt: »Er ist wenig verändert, im Guten wie im Schlimmen, liebenswürdig und eitel zum beneiden.«

Öffnungszeiten: Di bis Fr: 10–17 Uhr; Sa: 11–17 Uhr; So und Mo: 14–17 Uhr

Vernissage am 18.5., 19 Uhr, im Storm-Haus.

Begleitveranstaltung:
Do. 29.6., 19.30 Uhr, Storm-Haus: Walter Arnold und Dagomar Heinz: Was macht der Poet und wieviel Möwen braucht er täglich? (Vortrag)

Die Ausstellung wird kuratiert von Dr. Ole Petras (Universität Kiel). Sie ist später im Landeshaus in Kiel zu sehen, wo sie am 30.11., Theodor Mommsen 200. Geburtstag, eröffnet werden soll.