Weihnachten im Storm-Haus in Husum

In der Vorweihnachtszeit war Theodor Storm, wie er an Gottfried Keller schreibt, »ganz Weihnachtsmann«. Er hat Pakete gepackt, Briefe geschrieben und vor allem den Tannenbaum auf »seine« Weise im Kreis der Familie geschmückt. Auf diese Storm'sche Weise ist die »breitästige, zwölf Fuß hohe Tanne, die mit der Spitze fast an die Decke reicht«, auch in diesem Jahr wieder originalgetreu nach Angaben aus Storms Briefen im Viola-tricolor-Zimmer des Storm-Hauses in Husum geschmückt. Vom 30. November bis Neujahr ist das festliche Weihnachtszimmer in der Wasserreihe in Husum zu besichtigen. Am 12. Dezember um 19.30 Uhr stellen Christian Demandt und Walter Arnold hier den Weihnachtsdichter Theodor Storm vor.

Gespendet hat den Tannenbaum diesmal Herr Manfred Eggert aus Immenstedt (Tannenhof Eggert). Die Theodor-Storm-Gesellschaft bedankt sich dafür sehr herzlich.

Husum, 21. November 2013

Interview mit Roman Mulke, Mitarbeiter im Storm-Zentrum im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes

Seit dem 1. August 2013 beschäftigt die Theodor-Storm-Gesellschaft einen Mitarbeiter im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD). Der 19-jährige Abiturient Roman Mulke arbeitet nun für ein Jahr im Storm-Zentrum in Husum.

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Tim Weckmar (Schüler des 13. Jahrgangs der Hermann-Tast-Schule und selbst Mitarbeiter im Storm-Museum) traf Roman zu einem Interview.

Tim Weckmar: Roman, warum hast du dich überhaupt für ein Jahr im Bundesfreiwilligendienst entschieden?
Roman Mulke: Dafür gab es mehrere Gründe. Zum einen war ich mir noch nicht so ganz sicher, was ich studieren möchte. Auch wollte ich nicht sofort wieder zurück auf die Schulbank, sondern schon mal Erfahrungen im Berufsleben sammeln, auch wenn ich mir in diesem Fall sicher bin, dass ich später nicht Germanistik studieren werde. Hauptsächlich will ich dieses Jahr nutzen, um mir über meine weitere Zukunftsplanung Gedanken zu machen.
T: Und wie bist du auf die Theodor-Storm-Gesellschaft als Einsatzstelle gekommen?
R: Herr Dr. Demandt, Leiter des Storm-Zentrums, war auch gleichzeitig mein Deutschlehrer von der 12. bis zur 13. Klasse. Und so bin ich schon vorher mit Storm in Kontakt gekommen. Besonders die Unterrichtseinheit zu Storms Novelle Auf dem Staatshof war aufschlussreich und hat mein Interesse an Storm geweckt. Also fragte ich Herrn Demandt, ob die Gesellschaft vielleicht auch einen BFDler beschäftigen würde. Herr Demandt fand die Idee großartig und hat sich dafür eingesetzt, dass für die Theodor-Storm-Gesellschaft eine Stelle eingerichtet wird. Dabei wurde es uns nicht immer leicht gemacht, wir mussten uns teilweise durch einen kafkaesken  Bürokratiemarathon quälen. Doch alle Mühen wurden belohnt, wir haben unser Ziel erreicht.
T: Wie wurdest du denn im Storm-Haus und in der Storm-Gesellschaft aufgenommen?
R: Naja, lass es mich so formulieren: Ein junges Gesicht in der Storm-Gesellschaft ist eher ungewöhnlich (lacht). Aber Spaß beiseite: Von den anderen Mitarbeitern wurde ich sehr  freundlich aufgenommen. Trotzdem schien es mir, als ob manche Touristen, die mich in meinem Storm-Pullover (s. Foto) im Museum sahen, an meiner Freiwilligkeit hier zu arbeiten etwas zweifelten. Wahrscheinlich dachten sie, dass ich nur hier sei, um Sozialstunden abzuleisten und damit dem Gefängnis zu entgehen. Aber im Ernst: Hier im Storm-Haus findet ein richtiger Generationenwechsel statt. Ich bin nur der Anfang.
T: Schildere doch einmal deinen vielseitigen Arbeitsbereich.
R: Ja, mit Betonung auf vielseitig. Meine Tätigkeiten erstrecken sich von einfachen Hilfsarbeiten im Büro, in der Bibliothek und dem Archiv über Museumsführungen bis hin zu IT und Grafikdesign. Zum Beispiel habe ich hier im Storm-Haus die neuen Computer eingerichtet und mich um das Design der neuen Briefköpfe gekümmert.
T: Du würdest den Bundesfreiwilligendienst im Storm-Zentrum also weiterempfehlen?
R: Sowohl generell als auch im Besonderen hier bei der Theodor-Storm-Gesellschaft halte ich den Bundesfreiwilligendienst für eine tolle Sache. Gerade für diejenigen, die sich nach ihrem Schulabschluss noch nicht hundertprozentig sicher sind, wie es weitergehen soll, ist so ein Jahr eine vernünftige Option. Wer weiß, vielleicht entdecken manche auch hier im Storm-Haus ihren Traumberuf.
T: Beschreib uns doch mal einen typischen Arbeitstag!
R: Da gibt es keinen pauschalen Ablauf, Tim. Ich beginne meinen Dienst um acht Uhr, um zwölf Uhr habe ich eine halbe Stunde Mittagspause und um fünf Uhr Feierabend. Was dazwischen passiert, ist oft nicht vorhersehbar. Genau das ist ja das Reizvolle an dieser Stelle.
T: Hast du denn jetzt schon eine genauere Vorstellung, was du nach deinem Bundesfreiwilligendienst tun willst? Wirst du vielleicht sogar nach dem Vorbild Storms Jura studieren?
R: Du wirst lachen, aber genau das habe ich vor. Doch bis dahin richte ich mich frei nach Storms Worten: »So komme, was da kommen mag.«
T: Roman, zum Abschluss unseres Interviews würde ich nun gern noch von dir wissen: Was würdest du den Lehrern raten, die ihre Schüler für Storm motivieren wollen?
R: Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass es mich damals in der Schule gelangweilt hat, wenn die Lehrer mit Daten und Jahreszahlen um sich geworfen haben. Ich kann jedem Lehrer nur raten, sich gründlich über Storm zu informieren und die Unterrichtseinheit möglichst interessant und kurzweilig zu gestalten, und vor allem mit echtem Lerneffekt. Seit der Unterrichtseinheit zu Auf dem Staatshof weiß ich z. B., worum es den Poetischen Realisten ging, hier im Dichter-Museum kann man es sogar direkt nachvollziehen. Storms Leben und Werk bietet also viele Ansätze. Genauso verfahre ich auch, wenn ich Schulklassen durch das Museum führe.
T: Roman, vielen Dank für das Gespräch.

Husum, 21. November 2013

»Es weihnachtet sehr …« – Weihnachtsbücher und Adventskalender illustriert von Maren Briswalter im Literaturmuseum Heiligenstadt zu sehen

Maren Briswalter stellt in Heiligenstadt liebevoll gestaltete Adventskalender, Weihnachtsbilderbücher und mit Einzelblätter zu Weihnachtsgedichten der Weltliteratur vor. Gezeigt werden Originalvorlagen zu Weihnachtskalendern, zu den Weihnachtsbüchern Holly und Ivy, Schneehäschens Stern, Schneehäschens Weihnachtsüberraschung, E. T. A. Hoffmanns Nussknacker und Mausekönig sowie Einzelblätter u.a. zu Joseph von Eichendorffs Weihnachten und Theodor Storms Knecht Ruprecht. (Ausstellungsdauer: bis 19. 1. 2014)

Husum, 6. November 2013

Ausstellung in Heiligenstadt eröffnet: »Nach der Ankunft im Alltag – Brigitte Reimann (1933-1973)«

In diesem Jahr wäre die Schriftstellerin Brigitte Reimann 80 Jahre alt geworden, ihr Todestag jährt sich zum 40. Mal. Die Wanderausstellung im Heiligenstädter Literaturmuseum »Theodor Storm« dokumentiert anhand zahlreicher Fotos und Textdokumente – größtenteils aus dem Nachlass der Schriftstellerin – die biografischen Stationen Brigitte Reimanns, die Entstehung ihrer Werke und den kulturellen und zeitgeschichtlichen Hintergrund der 1950er und 60er Jahre in der DDR. (Ausstellungsdauer:  bis  27. 10. 2013.)

Husum, 26. September 2013