»Storms Figuren« – Tagung vom 9.–11. Sept. 2016

Storms Figuren sind Marionetten. Oft sieht man ihnen an, dass sie für ganz bestimmte Zwecke konstruiert wurden, dass sie einen Defekt haben, sich ihre Fäden verwirren oder sie jemand ruiniert hat. Aber: Sie leben. Nicht nur die Holzfiguren des Pole Poppenspäler: auch der Doppelgänger John Hansen, die Einzelkämpferin Renate, der abgründige Etatsrat Sternow, die die unsichtbaren Fäden ihrer Lebenswelt zusammenspinnende Trien’ Jans, der Häwelmann – sie alle stehen stets auf der Schwelle zwischen Fremdbestimmung und Verselbständigung.

Die diesjährige Tagung der Storm-Gesellschaft vom 9. bis 11. September in Husum will diesen beiden Aspekten in Storms Figurengestaltung nachgehen: Einerseits soll erkundet werden, welchen Mustern diese Gestaltung folgt, auf welche Vorlagen und Archetypen sie sich stützt, welche Bedeutung für sie die Kategorie des »Charakters« besitzt. Andererseits darf gefragt werden, inwiefern sich Storms Figuren nicht immer auch ihrer Funktionalisierung und ihren Rollen widersetzen, gegen sie aufbegehren, aus ihrer Zeit zu fallen bestrebt sind oder sich auch den psychoanalytischen Interpretationsmustern entziehen, die ihnen eine spätere Rezeption aufgebürdet hat.

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, diese Fragen gemeinsam mit Vertretern aus der aktuellen Storm-Forschung zu diskutieren.

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