Pressemitteilungen 2026
Ulf Bästlein erhält den Storm-Preis der Stadt Husum
31. März 2026
Der Bassbariton und promovierte Germanist Ulf Bästlein wird mit dem Storm-Preis der Stadt Husum ausgezeichnet. Damit würdigt die Jury erstmals einen Sänger. Der Preisträger überzeugte vor allem mit einer Verbindung von künstlerischer Praxis und wissenschaftlicher Reflexion. Die von Bästlein 2020 eingespielten Lieder von Gustav Jenner nach Gedichten von Theodor Storm enthalten Weltersteinspielungen und dokumentieren dabei eine überaus verdienstvolle editorische Archiv- und Quellenarbeit. Bereits 2004 hat Bästlein zusammen mit dem Pianisten Charles Spencer Lieder nach Gedichten von Theodor Storm eingespielt, auch darunter befinden sich viele Weltersteinspielungen. Es handelt sich um die erste und bis heute einzige CD, die sich ausschließlich Kunstliedvertonungen von Storms Lyrik widmet.
Ulf Bästlein studierte Altphilologie, Philosophie und Germanistik in Freiburg, Wien und Rom sowie Gesang in Freiburg. Seit 2001 ist er Professor für Gesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Seine Konzerttätigkeiten führten ihn in viele europäische Länder sowie nach China, in die USA und die Türkei. Seit 2000 hat er gemeinsam mit Charles Spencer die künstlerische Leitung der jährlich im Sommer stattfindenden »Liedkunst im Schloss vor Husum« inne. Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen wurde Bästlein 1999 vom Kulturministerium Schleswig-Holstein zum Professor auf Lebenszeit ernannt, 2018 erhielt er den Hans-Momsen-Preis, 2021 den Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein.
Ein mit der Bewerbung um den Storm-Preis verbundenes Projekt von Bästlein möchte auf dem restaurierten Ibach-Tafelklavier Theodor Storms, das dem Dichter 1858 von seinem Vater geschenkt wurde und das heute im Wohnzimmer des Dichterhauses in der Wasserreihe steht, Storm-Musik am Originalschauplatz einspielen. Das aufzunehmende Repertoire gliedert sich dabei in zwei Schwerpunkte. Zum einen sollen Liedkompositionen, von denen belegt ist, dass sie Storm besonders am Herzen lagen, aufgenommen werden, zum anderen Vertonungen der Lyrik Storms, welche den vom Dichter selbst formulierten Anforderungen gerecht werden, indem sie dessen Vorstellung einer ›in Musik gesetzten‹ Sprache hörbar machen.
Der Theodor-Storm-Preis wird alle vier Jahre von der Stadt Husum vergeben. Er ist mit 8.200 Euro dotiert. Zuletzt wurde die Literaturwissenschaftlerin Regina Fasold ausgezeichnet.
Die Preisverleihung findet am Freitag, dem 11. September, um 19 Uhr im Schloss vor Husum statt. Die Laudatio hält Christian Demandt.