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1. Mai – 30. September 2024

Di–Sa 11–17 Uhr | So 14–17 Uhr

| 1. Mai – 30. September 2024:
Di–Sa 11–17 Uhr | So 14–17 Uhr

Was ist »Theodor Storm für unsere Zeit«, eine Zeit, die nicht weniger unruhig ist als die Nachkriegsjahre? Anders als die Stormleser von 1948 suchen wir heute in seinen Novellen weniger eine Haltung oder Lebenshilfe angesichts einer im Umbruch befindlichen Welt. Dass uns Storm immer noch zuverlässig in seinen Bann zieht, hat viel mit dem Spannungsverhältnis zu tun, das sich zwischen seinen Texten und uns Lesern aufbaut, gerade weil er uns ersichtlich fremd ist und uns zugleich einlädt, diese Fremde zu erkunden, weil dort Gestalten auf uns warten, die diese Erkundung wert sind.

Von Aufbruch, Ausfahrt und der Sehnsucht nach Rückkehr, von den krummen Wegen der Erkenntnis und den Initiationsriten der Jungfrauen, Ritter und anderer »Verbrecher und Versager« des Lebens geht es im Schreiben der Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe. Der erste Abend der Storm-Tagung 2023 widmet sich dem faszinierenden Werk von Husums dritter Storm-Schreiberin, die vorlesend und erzählend ganz unterschiedliche Texte über vergangene und gegenwärtige Abenteuer präsentiert.

Husum 1845: Als eine Mordserie die kleine Hafenstadt erschüttert, führen die Ermittlungen den jungen Anwalt Storm und seinen Schreiber Peter Söt bald auf die alten Höfe Eiderstedts. Dort kommen sie einem mysteriösen Geheimbund auf die Spur.

Mit »den schönsten Versprechen« aus dem Weißen Haus in Cismar in die graue Stadt ans Meer gekommen, beschenkt Doris Runge das Publikum im Viola-tricolor-Zimmer des Husumer Storm-Hauses mit einem Lyrik-Abend.

Vier Jahre vor seinem Tod am 11. Juli 2017 erzählt Karl Ernst Laage, der langjährige Sekretär und spätere Präsident und Ehrenpräsident der Storm-Gesellschaft, wie das einstige Wohnhaus des Dichters in der Wasserreihe zum heutigen Storm-Haus wurde, welche Schwierigkeiten dabei zu meistern waren – und wie er selbst den Dichter für sich entdeckte.

Storms Schreibtisch

Zu seinem 70. Geburtstag schenkten reiche Kieler Verehrerinnen dem Dichter einen opulenten Schreibtisch. An ihm verfasste Storm das Ende seiner Meisternovelle Der Schimmelreiter. In der »NDR-Quizshow« will Moderator Jörg Pilawa wissen, ob seine fünf Kandidaten die bekannteste Anekdote zu diesem Schreibtisch kennen.

Die bunte Stadt am Meer

Viele Touristen kommen wegen Theodor Storm nach Husum. Moderator Andreas Korn erkundet für »Hallo Deutschland«, was die »Metropole des Nordens« alles zu bieten hat, welche Traditionen ihre Bewohner noch heute pflegen – und entdeckt in Storms Poetenstübchen das auratische Herz der »grauen Stadt am Meer«.

Marschenfieber

Hatte Hauke Haien, die Hauptfigur des Schimmelreiters, Malaria? War er deshalb so willensschwach und ließ es zu, dass der Deich Schaden nahm? Entlang der Nordseeküste und der Marschen, an den großen Flüssen Schleswig-Holsteins, kannte man die Malaria seit Jahrhunderten. Die letzte große Epidemie war 1825 in Dithmarschen und in Nordfriesland, als durch die Februarflut große Teile des Landes in Morast verwandelt wurden. Im Norden hatte die Krankheit einen anderen Namen. Die meisten nannten sie Marschenfieber.

Auf Spurensuche in Eiderstedt

Theodor Storms Novelle Auf dem Staashof (1859) erzählt die Geschichte einer unglücklichen Liebe. Die Idee zu der Geschichte kam Storm während einer Reise von Göttingen nach Husum in einer schlaflosen Hotel-Nacht. Inspiriert ist sie von der Erinnerung an eine Landpartie, die der junge Dichter »mit jungen Leuten beiderlei Geschlechts« zu einem verödeten Staatshof in der Eiderstedter Marsch unternommen hatte. Im Storm-Festjahr 2017 begibt sich ein Kamerateam des NDR auf Spurensuche und entdeckt: der Handlungsort existiert noch heute!

Der Schimmelreiter in der Kunst

Der Maler und Graphiker Alexander Eckener (1870–1944) radierte 1939 die Novelle Der Schimmelreiter als Illustrationsfolge. Diese Radierungen, ergänzt durch Eckeners Vorarbeiten, eröffnen einen faszinierenden Blick auf Storms Meisterwerk, das von 1885 bis 1888 entstand und bald zur bekanntesten Erzählung der nordfriesischen Küste, dem Schimmelreiter-Land, wurde. In der Ausstellung des Sylt Museums (10. März bis 22. Mai 2022) sind außerdem Druckgraphiken des Hamburger Malers Otto Beckmann (geb. 1945) zu sehen.

Lieder von Gustav Jenner nach Theodor Storm

Der 1865 in Keitum auf Sylt geborene Komponist Gustav Jenner war Schüler von Johannes Brahms. Er fühlte sich den schleswig-holsteinischen Dichtern Theodor Storm und Klaus Groth (1819–1899) zeit seines Lebens tief verbunden. Jenner vertonte 22 Lieder nach Texten von Storm, dessen Lyrik ihn zu wunderschönen Melodien inspirierte. Jenner besaß die große Fähigkeit, die Atmosphäre dieser Gedichte kompositorisch gesteigert in Klang transponieren zu können. Seine Lieder machen die atmosphärische Essenz der Lyrik Storms hörbar. Aus Anlass des 100. Todestages von Gustav Jenner am 29. August 2020 entstand die CD »Die Welt ist lauter Stille, nur mein Gedanke wacht« (Ulf Bästlein, Bariton; Charles Spencer, Klavier). Sie versammelt neben den 22 Liedern nach Texten von Storm noch weitere 17 Lieder nach Texten Groths, größtenteils Weltersteinspielungen.