Regina Fasold erhält Ehrenring des Eichsfeldes

Die ehemalige Leiterin des Literaturmuseums »Theodor Storm« in Heiligenstadt, Dr. Regina Fasold, hat den Ehrenring des Eichsfeldes verliehen bekommen. »Ihr Hingabe hat viele Menschen beeindruckt«, sagte Dr. Gideon Haut in seiner Laudatio. Fasold bedankte sich besonders beim Theodor-Storm-Verein und den Freunden des Hauses: »Ich empfinde große Dankbarkeit für die zurückliegende Zeit und das gemeinsame Wirken an diesem Haus.« Regina Fasold leitete das 1988 gegründete Literaturmuseum seit 2003. Sie gehört zu den renommiertesten Storm-Forscherinnen der Gegenwart. Besonders ihre Edition der Brautbriefe Storms an Constanze haben die jüngere Forschung stark beeinflusst.

Neue Ausstellungen im Storm-Haus

Fotos: Thomas Lorenzen, Max Brüchmann, Martje Sältz

Das Storm-Haus hat sich im Jubiläumsjahr 2017 (»200 Jahre Storm«) neu aufgestellt. Neben einem neu eingerichteten Schimmelreiter-Zimmer mit Hörstation ist nun auch eine neue Dauerausstellung zu »Leben und Werk Storms« zu besichtigen. Präsentiert werden erstmals hochwertige Exponate wie die Storm’sche Familienbibel und der silberne Kinderbecher Storms, mitsamt einem vom kleinen Theodor zerbissenen Silberlöffel.

Arne Rautenberg begeistert im Storm-Haus

Vor einem zahlreich erschienenen Publikum stellte der Kieler Dichter Arne Rautenberg am 19. April 2018 im Viola-tricolor-Zimmer einen abwechslungsreichen Querschnitt aus seinem lyrischen Schaffen vor. Rautenbergs bemerkenswert breites Repertoire reichte dabei von Erzählgedichten über »found poetry« bis zur Konkreten Poesie. So erfrischend modern und unaufgeregt sein Zugang zur Dichtung ist, so überzeugend sind seine Gedichte: ungekünstelt und humorvoll, experimentell und oftmals frech, stets ohne falsches Pathos, nie banal. Nach einer durchweg unterhaltsamen Lesung gab es anschließend die Möglichkeit, mit dem Dichter ins Gespräch zu kommen. Dabei verriet Rautenberg auch, dass er erst über die Bildende Kunst zur Poesie gekommen sei. Sein Credo: »Ein Zauber der Poesie besteht darin, zum Denken anzuregen. Es ist immer gut, wenn etwas nicht ganz Verstandenes übrig bleibt.«

Stimmungsvolle Vernissage mit Dragseth

Fotos: Max Brüchmann (3)

Am Mittwochabend, dem 28. März, wurde im Storm-Haus die Vernissage der neuen Dauerausstellung »Theodor Storm: Leben und Wer 1817–1888« gefeiert. Für einen stimmungsvollen Auftakt sorgten Manuel Knortz und Jens Jesse (Dragseth). Anschließend wurde auf beiden Etagen des Museums gefeiert.

»Sturm und Stille«. Jochen Missfeldts Roman über Theodor Storm und Doris Jensen

Kurz nachdem Theodor Storm seine Verlobte Constanze Esmarch 1846 geheiratet hat, geht er eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit der achtzehnjährigen Doris Jensen ein. Erst im Jahr 1848, Constanze ist im dritten Monat schwanger, verlässt Doris – wahrscheinlich auf Druck der Familienoberen – Husum. Für sie beginnt eine fünfzehn Jahre währende Odyssee, eine Zeit des Lernens und der Selbstbehauptung. Doch das Liebesverhältnis dauert an, und als Constanze nach der Geburt ihres siebten Kindes überraschend stirbt, finden die beiden endlich zueinander. Um diese bewegende Geschichte eines Frauenlebens im 19. Jahrhundert zu erzählen, stützt sich Jochen Missfeldt auf sein Wissen als Storm-Biograph – auf Briefe, Novellen und Gedichte, auf Zeitungsmeldungen, Lebenszeugnisse, historische Quellen überhaupt. Aber noch mehr beruht auf Erfindung, Nachempfindung, Phantasie. So ist Missfeldt hier beides: faktengetreu und unverwechselbarer Romancier. Landschaft, Wetter und Meer, die er meisterlich beschreibt, grundieren das Ganze, verleihen ihm Sinnlichkeit und Poesie. Sturm und Stille ist die Geschichte einer Liebe – und das Porträt einer Frau, die allen gesellschaftlichen Konventionen zum Trotz ihre eigenen Wege geht. 

Storm-Führungen

Husum Binnenhafen

Neben klassischen Museumsführungen für Erwachsene und Schulklassen bietet das Storm-Zentrum verschiedene Sonder- und Themenführungen an. Es gibt außerdem fest gesetzte offene Führungen, wie zum Beispiel eine Stadtführung jeden ersten Dienstag im Monat (von April bis Oktober). Aber auch Führungen nach ganz individuellen Wünschen können im Storm-Zentrum organisiert werden. Ebenso können Besuchergruppen auch Führungen in Kombination mit einer Lesung buchen.

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Storms Husum

Theodor Storm war seiner Heimatstadt Husum Zeit seines Lebens eng verbunden. Holger Borzikowsky hat Hintergrundinformationen zu den wichtigsten Stormstätten in Husum ergründet und sie in den biographischen Kontext des Dichters eingeordnet.

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Außerdem: Storm-Orte Heiligenstadt, Kiel und Hademarschen

Das Handbuch zum Jubiläumsjahr

Das Handbuch erschließt Theodor Storms Werk erstmals in seiner ganzen Breite. Storm, ein epochaler Lyriker und der zweifellos bedeutendste Novellist seiner Zeit, wird hier sowohl in seinen epistemologischen und kulturgeschichtlichen Voraussetzungen als auch mit seinem ganz eigenen poetologisch-ästhetischen Programm sichtbar. Die umfassende Analyse seines literarischen Schaffens wird vervollständigt durch eine ausführliche Darstellung der biographischen Kontexte und der Rezeptionsgeschichte. Aus dem Inhalt: Leben – Einflüsse und Kontexte – Gedichte – Märchen – Sagen und Spuk – Novellen – Weitere Prosaarbeiten – Autobiographisches und Tagebuch – Storm als Journalist – Das Briefwerk – Strukturen – Rezeption. Das Storm-Handbuch ist am 24. Juli 2017 erschienen.

Christian Brückner liest: Die Stadt

Live-Mitschnitt von der Storm-Tagung, 8. September 2013

Illustrationen: Regina Kehn, aus: Das literarische Kaleidoskop

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